03.08. | Tourstopp Annaberg-Bucholz – #WannWennNichtJetzt

Grafik: #WannWennNichtJetzt

03.08. | Tourstopp Annaberg-Bucholz – #WannWennNichtJetzt

ab 10 Uhr, Marktplatz:
Infostände verschiedener lokaler und überregionaler Initiativen und Vereine

10 Uhr, Marktplatz:
Mitbringbrunch und Musik von Mundart Künstler George Martin, DJ Ska Fish und Handzahm

12.30, Marktplatz:
Podiumsdiskussion zum Thema Frauenhaus im Erzgebirgskreis

Im vergangenen Jahr wurde mittels einer Petition vom Landesfrauenrat Sachsen e.V. die Schaffung eines Frauenhauses im Erzgebirgskreis angeregt. Trotz zahlreicher Unterschriften und dem Wissen des Problems um Gewalt gegen Frauen wurde in den politischen Gremien kein Bedarf für eine entsprechende Einrichtung gesehen, da es bereits Schutzwohnungen gebe. So bleibt der Erzgebirgskreis der einzige sächsische Landkreis ohne Frauenhaus.

Es ist vielen Menschen ein Bedürfnis das Thema weiterhin in der öffentlichen Debatte zu halten. Mit einem Podiumsgespräch sollen sowohl die gesellschaftlichen Verhältnisse thematisiert werden, die den Bedarf an Hilfsangeboten verursachen und gleichzeitig die Möglichkeiten eines Frauenhauses, auch in Abgrenzung zu einfachen Schutzwohnungen, dargestellt werden.

ab 13.30, Marktplatz:
Musik und Redebeiträge

16Uhr, Marktplatz:
Lesung mit Olaf Sundermeyer

Der Publizist und Journalist Olaf Sundermeyer beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Rechtsextremismus, Kriminalität und Gewalt im Fußball, sowie der Inneren Sicherheit. Dazu zählt aktuell vor allem die Auseinandersetzung mit AFD, Pegida, HogeSa und dem NPD Verbotsverfahren. In seinem 2018 im Beck Verlag erschienen Buch Gauland. Die Rache des alten Mannes legt er den Fokus auf den Partei – und Fraktionsvorsitzenden der AFD. In einer Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungsberichten und gesellschaftlicher Analyse wird die Person Gaulands beleuchtet und in die Entwicklung der AFD und anderen rechten Strukturen eingebettet.

17Uhr, Erzhammer:
NSU-Monologe

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ist den meisten Menschen bekannt als terroristische Vereinigung, die von etwas 1999 bis 2011 zehn Menschen ermordeten, es bei 43 weiteren versuchten, drei Sprengstoffanschläge verübten und 15 Raubüberfälle tätigten bis zur Selbstenttarnung 2011. Bis heute sind nicht alle Vernetzung mit Institutionen, wie Polizei, Verfassungsschutz und anderen aufschließend geklärt. Die Bühne für Menschenrechte widmet sich in ihrem dokumentarischen Theaterstück die „NSU Monologe“ der Perspektive und den Erfahrungen von Personen dreier betroffener Familien: Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat. Dem dokumentarischen Theater gehen Interviews voraus, aus welchen wortgetreu die Monologe der Darsteller*innen entstehen. Sehr eindrücklich schildern die Darsteller Wut, Trauer, Angst und Hoffnung in der Gefühls – und Erfahrungswelt der Protagonist*innen. Auch ihre Geschichte wird erzählt, welche Steine ihnen in den Weg gelegt worden, als sie versuchten die Ereignisse vollständig aufzuklären und sich bemühten weitere Morde lange vor der Selbstenttarnung schon zu verhindern. Eine derartige Auseinandersetzung mit rechter Gewalt, deren institutionelle Verstrickungen und Konsequenzen sind in Zeiten von steigender rechter Gewalt und Terror, Hannibal und Uniter, sowie einer starken AFD weiterhin so wichtig.

ab 18 Uhr, Marktplatz:
Konzerte & Redebeiträge von unterschiedlichen lokalen und überregionalen Initiativen, es treten auf PVC, Amewu und Sookee

zusätzlich auf dem Marktplatz:

– Tafel vom RAA Sachsen zu rechter Gewalt in Sachsen
–  Dialogcafe von Aufbruch Ost zu den Themen Wende, Nachwendezeit und Treuhand
– Chilloutlounge, mit Shishabar ab 18Uhr
– Kinderbetreuung mit Kinderschminken, Gipsmasken, Hüpfburg und weiterem

Veranstalter*in: #WannWennNichtJetzt